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“72 Bewerbungen, 3 Gespräche, 0 Jobs – Scheiß Spiel”

Plakatkampagne der Mühlenkreis-Jusos gestartet

Ausbildungsplätze

Zum Ausbildungsbeginn starten die Jusos Minden-Lübbecke die Plakatkampagne “72 Bewerbungen, 3 Gespräche, 0 Jobs – Scheiß Spiel”, um auf die schlechte Lage auf dem Ausbildungsmarkt aufmerksam zu machen.

Auch dieses Jahr stehen wieder Tausende von Jugendliche nach dem Schulabschluss ohne Ausbildungsplatz auf der Straße und die Situation wird durch die Wirtschaftskrise noch weiter verschärft.

Die Jusos rufen die Unternehmen auf, trotz der angespannten Wirtschaftslage, ihrer sozialen Verantwortung nachzukommen und ausreichend Ausbildungsplätze zu schaffen, damit auch “Altbewerber” einen Ausbildungsplatz bekommen!

Juso-Landesvorsitzender und SPD-Europakandidat Christoph Dolle besucht mit Delegation der Jusos den Wittekindshof

Die Ausbildungstour der NRWJusos führt zum Wittekindshof

Ulrich Niemann (Wittekindshofer Werkstätten), Alexandra Kikelkorn, Christoph Dolle (SPD-Europakandidat und Landesvorsitzender JusosNRW)

Ulrich Niemann (Wittekindshofer Werkstätten), Alexandra Kikelkorn, Christoph Dolle (SPD-Europakandidat und Landesvorsitzender JusosNRW)

Düsseldorf/Bad Oeynhausen/Warburg. Im Rahmen der Ausbildungstour der Jusos besuchte der Europakandidat der SPD und Landesvorsitzende der NRWJusos Christoph Dolle (SPD) aus Warburg/Kreis Höxter, in der vergangenen Woche, das Gründungsgelände des Wittekindshofes in Bad Oeynhausen, um sich über die Ausbildungsmöglichkeiten des Wittekindshofes für Jugendliche mit Lernbehinderungen, geistigen, körperlichen und psychischen Behinderungen zu informieren.

Das neue Wittekindshofer Schwerpunktthema „Arbeit und Bildung” stand auch im Mittelpunkt des Gespräches, die der Vorstandsvorsitzende der “Diakonischen Stiftung Wittekindshof” Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke mit dem Landesvorsitzenden der NRWJusos Christoph Dolle führte.

Christoph Dolle erklärte, dass es auch gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wichtig ist, Jugendlichen mit körperlichen Einschränkungen eine Chance zu geben, sich für die Arbeitswelt fit zu machen und damit eine Chance auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erhalten und der Wittekindshof nimmt hier eine wichtige Rolle ein.

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bedeutet auch Mobilität, dies sei aber gerade in den Abendsstunden nur über den eigenen Fahrdienst gewährleistet werden kann, da die Anbindung des Wittekindshofes an den ÖPNV in den späten Abendstunden so gut wie nicht vorhanden ist. Der stellv. Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos Jens Vogel, aus Bad Oeynhausen, erklärte dass man sich dieses Problem annehmen werde, um eine Verbesserung der ÖPNV-Anbindung auch in den späten Abendstunden zu erreichen.

Die Delegation der Jusos besichtigte auch die Werkstätten auf dem Gründungsgelände und war beeindruckt über die Fingerfertigkeit der Mitarbeiter und erfuhr, dass die Werkstatt in den nächsten Monaten umgebaut und erweitert wird. So entsteht derzeit auf der Rückseite der Werkstätte ein Logistikzentrum und damit werden bisherige Lagerflächen für die Erweiterung der Arbeitsplätze für Menschen mit schweren Behinderungen frei.

Die Mühlenkreis-Jusos werden sich dem Thema “Chancen für Menschen mit Behinderungen” annehmen, um dieses Thema auch auf Landesebene in den Fokus der Arbeit der NRWJusos zu rücken.

Der Ausbildungspakt ein Erfolg?

Ein Einwurf von Jens Vogel (stellv. Vorsitzender der Jusos B.O.)

Die Bundesregierung und die Wirtschaft beweihräuchern sich selbst und verkaufen den Ausbildungspakt mal wieder als Erfolg. Ich würde ihn als Mißerfolg bezeichnen, zwar wurden 4 Prozent mehr Lehrverträge als im Vorjahr abgeschlossen, aber derzeit sind noch 50.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und das sind 9000 Jugendliche mehr als im Vorjahr. Im gleichen Zeitraum sind, nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit, 7.700 betriebliche Ausbildungsplätze weggefallen. Daher kann der Ausbildungspakt wieder einmal als gescheitert bezeichnet werden. Freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft sind wieder einmal nicht mal das Papier wert auf denen sie geschlossen wurden.

Die Unternehmen müssen von Seiten des Staates verpflichtet werden, Ausbildungsplätze im erforderlichen Maße zu schaffen und bei Nichterfüllung gegen die entsprechenden Unternehmen Sanktionen zu verhängen, wie z.B. eine flexible Ausbildungsumlage. Unternehmen die über Bedarf ausbilden und kleine mittelständische Unternehmen, die sich eigentlich eine Ausbildung nicht leisten können, sollten von Seiten des Staates gefördert werden.

Die Unternehmen dürfen sich nicht weiter, zu Lasten der Jugendlichen, aus ihrer sozialen Verantwortung ihnen gegenüber stehlen und sich nur auf den Staat verlassen, der durch schulische Ausbildungsmaßnahmen versucht den Jugendlichen eine Perspektive zu schaffen.