{"id":3587,"date":"2020-05-05T10:00:09","date_gmt":"2020-05-05T08:00:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dasroteteam.de\/jusos\/?p=3587"},"modified":"2025-04-30T10:43:07","modified_gmt":"2025-04-30T08:43:07","slug":"der-sozialismus-in-star-trek-oder-warum-man-manchmal-lieber-kein-rotes-shirt-tragen-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dasroteteam.de\/jusos\/2020\/05\/05\/der-sozialismus-in-star-trek-oder-warum-man-manchmal-lieber-kein-rotes-shirt-tragen-sollte\/","title":{"rendered":"Der Sozialismus in \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153 &#8211;  oder: warum man manchmal lieber kein rotes Shirt tragen sollte"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Aktueller Blogartikel von Thorsten Kuntemeier<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Bei uns Trekkies ist heute, am 5. April, einer der mindestens drei hohen Feiertage im Jahr, an denen wir unser Star Trek besonders abfeiern. Denn heute in 43 Jahren wird es laut der Star Trek-Mythologie den ersten Kontakt zwischen Menschen und Au\u00dferirdischen &#8211; genauer gesagt: den spitzohrigen und k\u00fchl-logisch denkenden Vulkaniern &#8211; geben, was die Geburtsstunde der Vereinigten F\u00f6rderation der Planeten und der Sternenflotte bedeuten wird, in der die vereinte Menschheit zusammen mit anderen V\u00f6lkern des Weltraums die Zukunft gestalten wird. Vor diesem historischen Hintergrund bin ich gebeten worden, etwas \u00c3\u00bcber die Verbindungen zwischen Star Trek und Sozialismus bzw. Sozialdemokratie zu erz\u00e4hlen und ein paar Hinweise zu geben, was die SPD von Star Trek lernen kann.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wer also etwas \u00fcer Utopien lesen m\u00f6chte, braucht keinen Termin beim Arzt, sondern kann sich mit mir zusammen auf eine Entdeckungsreise in den politischen Kosmos von Kirk, Picard und Co. begeben. Beam uns hoch, Scotty!<\/p>\n<p>Aber was sind eigentlich die klassischen Werte des Sozialismus, mit deren Hilfe wir jetzt die Zukunft laut Star Trek erkunden wollen? F\u00fcr mich sind es die folgenden Punkte: Freiheit, Gerechtigkeit\/Solidarit\u00e4t, Antifaschismus\/Antirassismus, Antimilitarismus. Lasst uns mal schauen, wo wir diese Punkte in der von Gene Roddenberry und seinen Autoren erdachten Welt wiederfinden.<\/p>\n<p>Die Erde sieht laut den Erfindern von Star Trek im 23. und 24. Jahrhundert so aus: die einzelnen Nationalregierungen wie die der USA, Deutschlands oder Russlands wurden abgeschafft. Stattdessen gibt es eine demokratisch legitimierte Weltregierung, die die politischen Geschicke der Erde und der mit ihr in der Vereinigten F\u00f6rderation der Planeten zusammengeschlossenen Sternensysteme lenkt. Man k\u00f6nnte diese F\u00f6rderation in gewisser Weise mit unser heutigen EU oder den UN vergleichen, wobei es f\u00fcr die Erforschung des Weltraums und die Verteidigung der F\u00f6rderation als milit\u00e4rischen Arm die Sternenflotte gibt vergleichbar mit der heutigen NATO.<\/p>\n<p>Die Menschen und auf der Erde lebende Au\u00dferirdische leben in ihrem Alltag in quasi paradiesischen Zust\u00e4nden: niemand muss mehr hungern, weil jedem, der es m\u00f6chte, sogenannte Replikatoren zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Hierbei handelt es sich um Maschinen, die sprichw\u00f6rtlich aus dem Nichts heraus Nahrung, Getr\u00e4nke oder Gegenst\u00e4nde des t\u00e4glichen Bedarfs herstellen k\u00f6nnen. Auf der Erde gibt es auch keine Kriege und Naturkatastrophen mehr. Und \u00e2\u20ac\u201c was uns Sozialisten aufhorchen l\u00c3\u00a4sst: Geld ist in der Zukunft bei weitem nicht mehr so wichtig wie heute. Man wird noch Geld brauchen, um z. B. Handel treiben zu k\u00c3\u00b6nnen, aber pers\u00c3\u00b6nlicher Reichtum und Wohlstand ist f\u00c3\u00bcr die meisten Menschen unwichtig geworden. Stattdessen stehen Neugier und das Streben nach Wissen und pers\u00c3\u00b6nlicher Verbesserung im Fokus der Menschen \u00e2\u20ac\u201c vor allem der Menschen, die f\u00c3\u00bcr die Sternenflotte arbeiten.<\/p>\n<p>Der Weg in dieses friedliche, solidarische Paradies war \u00e2\u20ac\u201c so erkl\u00c3\u00a4ren es die Autoren &#8211; durchaus sehr steinig und blutig. In den 2030er und 2040er Jahren pr\u00c3\u00a4gen Ghettos Nordamerika, in die Arbeitslose und psychisch Kranke ausgelagert werden, um die arbeitende und wohlhabende restliche Bev\u00c3\u00b6lkerung \u00e2\u20ac\u017enicht zu bel\u00c3\u00a4stigen\u00e2\u20ac\u0153 und damit man sich um diese Menschen nicht mehr gro\u00c3\u0178artig k\u00c3\u00bcmmern muss. Die Situation eskaliert und nach einem blutigen Aufstand kommt die Gesellschaft zu der schmerzhaften Erkenntnis, dass \u00e2\u20ac\u017eaus den Augen, aus dem Sinn\u00e2\u20ac\u0153 keine L\u00c3\u00b6sung ist. Stattdessen beginnt man wieder, sich um diese Menschen zu k\u00c3\u00bcmmern.<\/p>\n<p>Einige Jahre nach diesen Ereignissen kommt es auf der Erde zum atomaren Dritten Weltkrieg, der die Menschheit fast ausrottet. Und so hat es durchaus eine gewisse Ironie, dass der erste Weltraum-Flug mit \u00c3\u0153berlicht-Geschwindigkeit, der zum ersten Kontakt mit den Vulkaniern f\u00c3\u00bchrt, mit einer ausrangierten Interkontinental-Rakete durchgef\u00c3\u00bchrt wird. Die dramatische Erfahrung dieses Weltkrieges f\u00c3\u00bchrt \u00e2\u20ac\u201c wie auch vorher die sozialen Unruhen \u00e2\u20ac\u201c die Menschheit zu der Erkenntnis, dass man die Situation f\u00c3\u00bcr alle Menschen verbessern muss, um ein friedliches Miteinander zu gew\u00c3\u00a4hrleisten und dass Kriege nur unn\u00c3\u00b6tig Ressourcen und Kapazit\u00c3\u00a4ten binden, die man besser f\u00c3\u00bcr andere Zwecke gebrauchen kann \u00e2\u20ac\u201c wie z. B. die Erforschung des Weltraumes.<\/p>\n<p>\u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153 hat sich insofern schon immer einerseits als Vision einer utopischen Gesellschaft betrachtet, aber auch andererseits immer wieder den Finger in die Wunde gelegt, wenn es um aktuelle politische und gesellschaftliche Missst\u00c3\u00a4nde geht. Sei es der Rassismus (siehe unten), das Ende des Kalten Krieges oder was allgemein der Krieg aus moralisch integren Menschen machen kann \u00e2\u20ac\u201c jedes dieser Themen wurde in den Serien ernsthaft und gleichzeitig spannend\/unterhaltsam diskutiert.<\/p>\n<p>Auch die neueste Serie \u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Picard\u00e2\u20ac\u0153 macht da keine Ausnahme. In der Pilotfolge wird beschrieben, wie das lange Zeit mit den Menschen verfeindete Volk der Romulaner die F\u00c3\u00b6deration um die Hilfe bei der Evakuierung von 900.000.000 Romulanern bittet, denen sonst der Tod durch eine explodierende Sonne droht. Das w\u00c3\u00a4re eine Aufgabe, die mindestens 10 Jahre in Anspruch nimmt und gro\u00c3\u0178e Mengen an Kapazit\u00c3\u00a4ten der F\u00c3\u00b6deration binden w\u00c3\u00bcrde, die f\u00c3\u00bcr andere wichtige Projekte eingeplant sind. Captain Picard wird mit der Planung und Durchf\u00c3\u00bchrung dieser Rettungsaktion beauftragt und daf\u00c3\u00bcr sogar zum Admiral bef\u00c3\u00b6rdert. Jahre sp\u00c3\u00a4ter \u00e2\u20ac\u201c die Rettung ist auf tragischste Weise gescheitert \u00e2\u20ac\u201c wird Picard hierzu interviewt und von der kritischen Reporterin regelrecht in die Zange genommen. Dieses Gespr\u00c3\u00a4ch und die Entgegnung von Picard ist f\u00c3\u00bcr mich der Inbegriff an Humanit\u00c3\u00a4t und Solidarit\u00c3\u00a4t und ein Spiegelbild f\u00c3\u00bcr unsere momentane Diskussion um die Aufnahme von Gefl\u00c3\u00bcchteten:<\/p>\n<p><strong><em>Picard:<\/em><\/strong><em>\u00c2\u00a0 \u00e2\u20ac\u00a6 und der F\u00c3\u00b6deration war klar, dass Millionen von Leben auf dem Spiel standen.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Reporterin:<\/em><\/strong><em> \u00e2\u20ac\u017eRomulanische\u00e2\u20ac\u0153 Leben<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Picard: <\/em><\/strong><em>Nein &#8211; <u>Leben<\/u>!<\/em><\/p>\n<p>Gerade im Hinblick auf die Betonung des Antimilitarismus ist f\u00c3\u00bcr mich eine Serie des \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153-Kosmos bedeutend, deren Handlungsbogen \u00c3\u00bcber mehrere Staffeln von einem interstellaren Krieg zwischen der F\u00c3\u00b6deration und einer feindlichen Gro\u00c3\u0178macht dominiert wird &#8211; \u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Deep Space Nine\u00e2\u20ac\u0153. Es klingt vielleicht seltsam, aber gerade dadurch, dass die Serie die Auswirkungen des Krieges auf die Beteiligten relativ offen zeigt, wirkt es sehr entlarvend. So wird z. B. in der Folge \u00e2\u20ac\u017eIm fahlen Mondlicht\u00e2\u20ac\u0153 beschrieben, wie der Held der Serie, einer der Befehlshaber des Krieges auf Seiten der F\u00c3\u00b6deration, mit sich hadert, weil er l\u00c3\u00bcgt, betr\u00c3\u00bcgt und einen Mord vertuscht \u00e2\u20ac\u201c das alles, um einen Krieg zu beenden, der Milliarden von Leben auf beiden Seiten kostet. Eine andere Folge befasst sich mit den traumatischen Auswirkungen des Krieges auf einen jungen, idealistischen Soldaten, der in der Schlacht sein Bein verliert.<\/p>\n<p>Bei \u00e2\u20ac\u017eGerechtigkeit\/Solidarit\u00c3\u00a4t\u00e2\u20ac\u0153 und \u00e2\u20ac\u017eAntimilitarismus\u00e2\u20ac\u0153 kann man also schon mal einen Haken machen, oder?<\/p>\n<p>Mit dem Thema \u00e2\u20ac\u017eFreiheit und Individualit\u00c3\u00a4t\u00e2\u20ac\u0153 hat sich \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153 auch sehr ausf\u00c3\u00bchrlich auseinander gesetzt. Folgen aus verschiedenen Serien befassen sich mit der Ausweitung von Grundrechten auf Personenkreise, denen man diese bisher nicht zugestehen wollte \u00e2\u20ac\u201c es geht also um zutiefst emanzipatorische Fragen. Dabei steht immer die Frage im Mittelpunkt: was unterscheidet den Menschen von einer k\u00c3\u00bcnstlichen Lebensform? Hat k\u00c3\u00bcnstliches Leben auch eine \u00e2\u20ac\u017eSeele\u00e2\u20ac\u0153?<\/p>\n<p>Seit der ersten Serie aus den 60er Jahren ist der Antifaschismus\/Anitrassismus eines der zentralen Themen bei \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153. Die Crew der ersten \u00e2\u20ac\u017eEnterprise\u00e2\u20ac\u0153 um Captain Kirk besteht aus wei\u00c3\u0178en Amerikanern und Schotten, aber auch aus einer Afroamerikanerin, einem Japaner und einem Russen. Gerade die Tatsache, dass eine Afroamerikanerin (Lt. Uhura, gespielt von Nichelle Nichols) auf der Br\u00c3\u00bccke nicht nur Getr\u00c3\u00a4nke serviert oder Berichte abgibt, sondern den gesamten Funkverkehr verantwortet und insofern eine wichtige Rolle einnimmt, hat Frauen in der afroamerikanischen Community wie z. B. Whoopi Goldberg dazu inspiriert, aus ihrem Leben etwas zu machen. Als sie urspr\u00c3\u00bcnglich vorzeitig die Serie verlassen wollte, wurde Nichelle Nichols vom amerikanischen B\u00c3\u00bcrgerrechtler Martin Luther King f\u00c3\u00b6rmlich angefleht, ihren Ausstieg zu \u00c3\u00bcberdenken, weil sie so ein gro\u00c3\u0178es Vorbild war. Jahre, nachdem die Serie abgesetzt wurde, wurde Nichelle Nichols dann von der NASA engagiert, um die Weltraumorganisation bei der Anwerbung und Ausbildung von Angeh\u00c3\u00b6rigen ethnischer Minderheiten zu beraten.<\/p>\n<p>Aber auch inhaltlich zeigte diese erste Serie, wie sinnlos Rassismus ist. In der Folge \u00e2\u20ac\u017eBele jagt Lokai\u00e2\u20ac\u0153 trifft die \u00e2\u20ac\u017eEnterprise\u00e2\u20ac\u0153 auf zwei Au\u00c3\u0178erirdische, die sich &#8211; von Hass zerfressen \u00e2\u20ac\u201c bis aufs Blut bek\u00c3\u00a4mpfen. Das Merkw\u00c3\u00bcrdige dabei ist, dass sie genetisch fast identisch sind und sich \u00c3\u00a4u\u00c3\u0178erlich nur dadurch unterscheiden, dass bei dem einen die linke K\u00c3\u00b6rperh\u00c3\u00a4lfte schwarz und die andere H\u00c3\u00a4lfte wei\u00c3\u0178 ist \u00e2\u20ac\u201c bei dem Kontrahenten ist es genau umgekehrt. Sogar als die \u00e2\u20ac\u017eEnterprise\u00e2\u20ac\u0153 die beiden Feinde zu ihrem Heimatplaneten bringt, der durch den Konflikt der Beiden und ihrer Anh\u00c3\u00a4nger inzwischen komplett zerst\u00c3\u00b6rt wurde und Bele und Lokai sehen, was sie angerichtet haben, k\u00c3\u00b6nnen sie mit ihrem Kampf nicht aufh\u00c3\u00b6ren und bek\u00c3\u00a4mpfen sich in den Ruinen ihres Planeten weiter.<\/p>\n<p>Das Thema \u00e2\u20ac\u017eRassismus\u00e2\u20ac\u0153 wird aber nicht nur abstrakt-theoretisch behandelt wie in \u00e2\u20ac\u017eBele jagt Lokai\u00e2\u20ac\u0153 angesprochen. Auch rassistische Probleme in der Geschichte der Menschheit werden von \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153 thematisiert. In der Serie \u00e2\u20ac\u017eDeep Space Nine\u00e2\u20ac\u0153 wird in der Folge \u00e2\u20ac\u017eJenseits der Sterne\u00e2\u20ac\u0153 in einer Art R\u00c3\u00bcckblende erkl\u00c3\u00a4rt, wie Afroamerikaner in den 1950er Jahren Opfer von Rassismus waren: schwarze Autoren durften zwar unter Umst\u00c3\u00a4nden arbeiten, aber ihre Fotos wurden nie ver\u00c3\u00b6ffentlicht, weil damals in den Augen der \u00c3\u2013ffentlichkeit ein Autor eben \u00e2\u20ac\u017ewei\u00c3\u0178 und m\u00c3\u00a4nnlich\u00e2\u20ac\u0153 zu sein hatte. Diese Folge zeigt auch, dass es rassistisch motivierte Polizeiwillk\u00c3\u00bcr nicht erst seit den 2000er Jahren in den USA gibt.<\/p>\n<p>So, ich glaube, die Checkliste ist soweit abgearbeitet und der Nachweis erbracht, dass \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153 durchaus starke sozialistische Z\u00c3\u00bcge hat.<\/p>\n<p>Was kann aber jetzt z. B. die SPD von \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153 lernen? Das Wichtigste, davon bin ich \u00c3\u00bcberzeugt, ist, dass wir keine Angst vor der Zukunft und vor Visionen haben m\u00c3\u00bcssen. Wir haben es selbst in der Hand, frei nach Willy Brandt die Zukunft dadurch vorherzusagen, dass wir sie gestalten \u00e2\u20ac\u201c oder wie Jean-Luc Picard in der gleichnamigen \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153-Serie sagt: \u00e2\u20ac\u017eDie Vergangenheit ist geschrieben, aber die Zukunft ist noch nicht in Stein gemei\u00c3\u0178elt\u00e2\u20ac\u0153. Wenn wir unsere Ressourcen nicht mehr durch Kriege gegeneinander verschwenden, k\u00c3\u00b6nnen wir eine Zukunft schaffen, in der es allen gut gehen wird. Dazu muss die SPD als Friedenspartei mit Verbindungen zu verschiedenen untereinander zerstrittenen L\u00c3\u00a4ndern und Volksgruppen ihren Beitrag leisten. Au\u00c3\u0178erdem muss der Mensch den Spagat schaffen, einerseits lange als gesichert bekannte Haltungen zu \u00c3\u00bcberwinden und sich gleichzeitig einen moralisch-ethischen Kompass zu bewahren. F\u00c3\u00bcr uns als SPD bedeutet das, dass wir z. B. unser Grundsatzprogramm nicht nur alle paar Jahre rausholen, um es zu \u00c3\u00bcberarbeiten. Wir m\u00c3\u00bcssen es auch weiterhin als moralischen Kompass begreifen, der unser Denken und Handeln auch in Zeiten des real existierenden Regierungs-Pragmatismus leitet.<\/p>\n<p>Bevor ich gleich zum Ende des Blog-Artikels komme, m\u00c3\u00b6chte ich noch einmal etwas erl\u00c3\u00a4utern: um diesen Artikel nicht zu sehr ausufern zu lassen, habe ich einige Aspekte bzw. Verweise auf Folgen und Filme wegfallen lassen m\u00c3\u00bcssen, die mir in diesem Zusammenhang auch sehr wichtig sind. Damit sie aber nicht komplett in Vergessenheit geraten, findet Ihr gaaaanz am Ende des Artikels eine Liste mit den aus meiner Sicht sehr wichtigen Episoden und Filmen aus \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153 &#8211; aus der Sicht eines Sozis.<\/p>\n<p>Jetzt sind wir mit unserer kleinen Entdeckungsreise schon auf der Zielgeraden und wer bis hierhin noch mitgehalten hat, wird feststellen, dass etwas noch fehlt. Genau: Was hat es mit den roten Shirts aus dem Titel auf sich?<\/p>\n<p>Als Gene Roddenberry \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153 in den 60er Jahren erfand, wollte er dem Zuschauer nicht nur die Faszination des Weltraums nahe bringen, sondern ihm auch zeigen, dass auch im Weltraum Gefahren auf die Menschen lauern. Im Sinne des TV-Erz\u00c3\u00a4hlelementes \u00e2\u20ac\u017eShow, not tell\u00e2\u20ac\u0153 (dt.: nicht erz\u00c3\u00a4hlen, zeigen) lie\u00c3\u0178 er in vielen Folgen bei Missionen auf fremden Planeten oder im Kampf gegen Eindringlinge auf der \u00e2\u20ac\u017eEnterprise\u00e2\u20ac\u0153 Besatzungsmitglieder der untersten Dienstgrade sterben. Und diese Crew-Mitglieder der untersten Dienstgrade trugen nun einmal \u00e2\u20ac\u201c ausgerechnet &#8211; rote Uniformen. Deshalb kann man sich als geneigter Zuschauer der ersten \u00e2\u20ac\u017eStar Trek\u00e2\u20ac\u0153-Serie in jeder Folge beim Anblick dieser Crew-Mitglieder denken: der Typ hat ein rotes Shirt, der hat es bald hinter sich.<\/p>\n<p>Wenn man also mal wieder mit rotem Shirt am kaum besuchten Info-Stand steht, nicht verzagen: andere Rote erwischt es schlimmer!<\/p>\n<p><strong>In diesem Sinne: live long and prosper!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Hier \u00e2\u20ac\u201c wie versprochen \u00e2\u20ac\u201c die Folgen- und Filmliste:<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li>Film \u00e2\u20ac\u017eStar Trek VIII: Der erste Kontakt\u00e2\u20ac\u0153<\/li>\n<li>\u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Das n\u00c3\u00a4chste Jahrhundert\u00e2\u20ac\u0153, Folge: Wem geh\u00c3\u00b6rt Data? (Staffel 2)<\/li>\n<\/ul>\n<p>und \u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Raumschiff Voyager\u00e2\u20ac\u0153, Folge: Die Ver\u00c3\u00b6ffentlichung (Staffel 7)<\/p>\n<p>\u00e2\u2020\u2019 Was macht den Menschen aus?<\/p>\n<ul>\n<li>\u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Das n\u00c3\u00a4chste Jahrhundert\u00e2\u20ac\u0153, Folge: Das Standgericht (Staffel 4)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00e2\u2020\u2019 \u00c3\u00bcber die Einschr\u00c3\u00a4nkung von individuellen Rechten<\/p>\n<ul>\n<li>\u00e2\u20ac\u017eRaumschiff Enterprise\u00e2\u20ac\u0153, Folge: Bele jagt Lokai (Staffel 3)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00e2\u2020\u2019 \u00c3\u00bcber Rassismus\/Faschismus<\/p>\n<ul>\n<li>Film \u00e2\u20ac\u017eStar Trek VI: Das unentdeckte Land\u00e2\u20ac\u0153<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00e2\u2020\u2019 \u00c3\u00bcber das Ende des Kalten Krieges<\/p>\n<ul>\n<li>\u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Deep Space Nine\u00e2\u20ac\u0153, Folge: Jenseits der Sterne (Staffel 6)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00e2\u2020\u2019 \u00c3\u00bcber Rassismus in den USA<\/p>\n<ul>\n<li>\u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Deep Space Nine\u00e2\u20ac\u0153, Doppelfolge: Gefangen in der Vergangenheit (Staffel 3) \u00e2\u2020\u2019 \u00c3\u00bcber die sozialen Unruhen der weggesperrten Arbeitslosen und Hilfsbed\u00c3\u00bcrftigen<\/li>\n<li>\u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Picard\u00e2\u20ac\u0153, Folge: Gedenken (Staffel 1, Folge 1)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00e2\u2020\u2019 \u00c3\u00bcber Flucht und Hilfe von Gefl\u00c3\u00bcchteten<\/p>\n<ul>\n<li>\u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Deep Space Nine\u00e2\u20ac\u0153, Folgen: Die Belagerung von AR558 + Leben in der Holosuite (Staffel 7)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00e2\u2020\u2019 \u00c3\u00bcber die Opfer von Krieg und die Traumatisierung von Kriegsveteranen<\/p>\n<ul>\n<li>\u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Deep Space Nine\u00e2\u20ac\u0153, Folge: Im fahlen Mondlicht (Staffel 6)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00e2\u2020\u2019 Was ist man bereit, zu tun, um einen Krieg zu beenden? W\u00c3\u00bcrde man daf\u00c3\u00bcr die eigenen moralischen Grunds\u00c3\u00a4tze verraten?<\/p>\n<p>Die \u00c3\u00a4lteren Serien sind bei Netflix verf\u00c3\u00bcgbar, die Filme und die neuere Serie \u00e2\u20ac\u017eStar Trek: Picard\u00e2\u20ac\u0153 bei Amazon Prime \u00e2\u20ac\u201c oder nat\u00c3\u00bcrlich alles auch auf DVD oder Bluray zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktueller Blogartikel von Thorsten Kuntemeier Bei uns Trekkies ist heute, am 5. April, einer der mindestens drei hohen Feiertage im Jahr, an denen wir unser Star Trek besonders abfeiern. 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