Jusos Minden-Lübbecke | Unsere Richtung ist Links!
Artikel getaggt mit: Kinder

Spielen während der Mittagsruhe verboten? Nein Danke!

Zum Plakat des Seniorenbeirates der Stadt Bad Oeynhausen erklärt der stellv. Vorsitzende der Jusos Bad Oeynhausen & Minden-Lübbecke Jens Vogel:

„Sicherlich hat jeder Recht auf Ruhe, aber auch Kinder haben das Recht sich frei entfalten zu können und man kann sie nicht einfach wegsperren, damit andere Menschen in den Mittagsstunden ihre Ruhe haben.

Bereits die jüngeren Kinder sitzen heute stundenlang in der Schule und haben danach zu Hause noch Hausaufgaben zu machen und brauchen einen Ausgleich den sie im aktiven Spielen und Bewegen an der frischen Luft finden.

Geräusche von spielenden Kindern sind nicht vergleichbar mit dem Lärm von Rasenmähern oder anderen Gartengeräten, die gerne auch zu den Ruhezeiten in Betrieb gesetzt werden – Auch von Senioren übrigens.

Kinderlärm ist Ausdruck von Lebensfreude und damit Teil unser aller Leben. Man darf nicht vergessen, dass jeder Erwachsene selbst mal ein Kind war und nicht gleich als Erwachsener auf die Welt gekommen ist.

Wir wollen eine kindgerechte Gesellschaft auch in Bad Oeynhausen und diese muss auch mit den Geräuschen von spielenden Kindern leben.

Anstatt hier so ein „Verbotsschild“ aufzustellen, sollte der Seniorenbeirat zusammen mit den Trägern der Kinder- und Jugendarbeit gemeinsame Projekte für Senioren- und Kindern erarbeiten und umsetzen. Nur dadurch lässt sich Verständnis auf beiden Seiten realisieren und nicht mit so einen „Verbotschild“.“

PID – Es gibt kein unwertes Leben

Zur heutigen Entscheidung im Deutschen Bundestag zur Präimplantationsdiagnostik (PID) ein Contra-Einwurf von Micha Heitkamp, Vorsitzender der Jusos Minden-Lübbecke

pro_und_kontraZunächst einmal möchte ich feststellen, dass es bei der Frage, ob man in Deutschland die PID grundsätzlich verbieten oder ermöglichen soll, keine richtige Antwort gibt. Wir diskutieren hier nicht über politische Richtungsentscheidungen, wie etwa Steuersenkungen oder den Atomausstieg, sondern hier geht es um ethische Werte.

Ich denke, dass beide Seiten durchaus nachvollziehbare Meinungen vertreten. Für alle, die über das Thema diskutieren wollen, ist es daher wichtig anzuerkennen, dass die andere Seite nach Abwägung zu einer anderen, auch vertretbaren Meinung gekommen ist.

Der Gesetzgeber kann, wie der Name schon sagt, Gesetze geben. Er kann keime gesellschaftlichen Werte setzen, höchstens den gesetzlichen Rahmen, in dem sich gesellschaftliche Werte zu bewegen haben.

Nach meinem Inklusionsverständnis, und so steht es auch im aktuellen Arbeitsprogramm der Jusos Minden-Lübbecke, bedeutet Inklusion nicht nur, dass wir anerkennen, dass es Menschen gibt, die anders sind. Inklusion bedeutet, dass wir eine heterogene Gesellschaft wollen. Menschen mit Behinderungen sollen so nicht nur akzeptiert und in die Gesellschaft integriert werden. Die Gesellschaft soll es ausdrücklich positiv sehen, dass es Menschen mit Behinderungen gibt.

Menschen mit Behinderungen sind nicht nur Teil unserer Gesellschaft, sie machen unsere Gesellschaft auch aus. Die Tatsache, dass in Deutschland 95% aller Kinder mit Down-Syndrom abgetrieben werden, zeigt, so sehr der Einzelfall auch verständlich ist, dass es zu diesem positiven Bild der Behinderung noch ein weiter Weg ist.

Wenn der Gesetzgeber sich dazu entscheidet, die PID in einem engen Rahmen zu erlauben, hat er auch die Aufgabe diesen Rahmen zu bestimmen. Um diesen Rahmen zu bestimmen, muss er aber entscheiden, was wertes und was unwertes Leben ist. Welches Leben steht innerhalb und welches Leben außerhalb dieses Rahmens?

Für mich ist klar: Es gibt kein unwertes Leben! Da der Weg zum Gen-Baby (wie er in einigen Ländern bereits beschritten wird) nicht beschritten werden sollte, sehe ich auch eine Ermöglichung der PID kritisch.

Mehr zum Thema:
Pro-Einwurf von Jens Vogel zur PID