Die CDU ist unbelehrbar
Zur heute veröffentlichten Streichliste der CDU NRW zum Landeshaushalt 2013 erklärt Veith Lemmen, Landesvorsitzender der NRW Jusos:
„Die absurden Vorschläge der CDU zu Einsparungen im Landeshaushalt zeigen zwei Dinge überdeutlich. Erstens ist von Aussagen der CDU im Wahlkampf grundsätzlich nichts zu halten. Vor der letzten Landtagswahl hat die CDU unter Norbert Röttgen noch hoch und heilig versprochen nicht wieder Studiengebühren einführen zu wollen, sollten sie gewählt werden. Nicht mal ein Jahr später ist man hier wieder anderer Meinung.
Zweitens scheint die CDU in NRW weder aus dem massiven Protest gegen Studiengebühren hier in NRW, aus der Wahl am vergangen Sonntag in Niedersachsen, noch aus den Entwicklungen in Bayern etwas gelernt zu haben. Studiengebühren waren, sind und bleiben sozial ungerecht und unverantwortlich. Das gilt im Übrigen selbstverständlich auch für KiTa-Gebühren. Es steht allerdings zu befürchten, dass die CDU in NRW hier erst wieder zur nächsten Landtagswahl Einsicht zeigen wird.“
Inhalte stehen im Vordergrund – Nicht die eigenen Interessen!
Zur Aufnahme von Sondierungsgesprächen mit der NRWCDU erklärt Jens Hübsch, der Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos:
„Die Jusos Minden-Lübbecke stehen einer Koalition mit der NRWCDU skeptisch gegenüber. Denn eine mögliche Zusammenarbeit würde einen umfassenden inhaltlich-programmatischen Politikwechsel der CDU in NRW und im Bund voraussetzen.
Die Sondierungsgespräche mit der NRWCDU werden sich an unseren zentralen Kernforderungen messen lassen müssen.
Dabei sind für uns vor allem folgende Punkte unverhandelbar:
- Abschaffung von Studiengebühren
- Umfassende Reform des Bildungssystem mit Einführung der Gemeinschaftsschule unter Einführung des Ganztages und der Abschaffung der Kopfnoten
- Eine Ausbildungsgarantie
- Rücknahme schädlicher Gesetzesinitiativen der schwarz-gelben Landesregierung, wie KiBiz und §107 GO.
- Keine Laufzeitenverlängerungen von Atomkraftwerken
- Forcierung einer Energiewende mit einem Ausbau der Förderung von erneuerbarer Energieformen
- Ein klares Nein zu Steuersenkungen und die Stärkung der Kommunalfinanzen, durch einen Kommunalfond.
Wenn der Koalitionsvertrag die genannten Punkte beinhaltet und die CDU bereit ist einen Politikwechsel in NRW mitzutragen, um NRW sozial und ökologisch zu erneuern, dann sind wir bereit eine Große Koalition mit der CDU einzugehen.
Wenn dieses nicht der Fall sein sollte, dann wird es mit der SPD keine Bildung einer Großen Koalition in NRW geben und es bleibt nur der Weg der Minderheitsregierung bzw. Neuwahlen!“
Wie war das noch einmal? – “Renaissance der sozialen Marktwirtschaft”?
Zum Neujahrsempfang der CDU Minden-Lübbecke erklärt der stellv. Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos Jens Vogel:
Minden-Lübbecke. Der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete der CDU Steffen Kampeter sagte in seiner Rede während des Neujahrsempfangs der CDU Minden-Lübbecke, dass mit der Union und FDP die “soziale Marktwirtschaft eine Renaissance erleben werde” – Dies darf man bezweifeln, so der stellv. Juso-Vorsitzende Jens Vogel.
Es ist noch nicht lange her, da konnte die Politik in der Bundesrepublik, nach Willen der CDU, nicht neoliberal genug sein. Nach der “Heuschrecken-Kritik” wurde Müntefering von führenden CDU-Politikern als “Neandertaler-Sozialist” bezeichnet und auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel propagierte jahrelang die “Neue soziale Marktwirtschaft” mit weniger Regulierung, mehr Liberalisierung, und einen schlanken Staat.
Während die SPD, im Jahr 2007, in ihrem Hamburger Grundsatzprogramm die entfesselten Finanzmärkte mit ihrem Raubtierkapitalismus kritisierte, stimmte die CDU zu einen Loblied auf den globalen Finanzkapitalismus an und forderte weitere Deregulierung.
Wochen später ist der Turbokapitalismus am Ende und die Marktradikalen sind auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Nun müssen die Staaten auf der Welt mit umfangreichen Konjukturprogrammen entgegensteuern, um die Krise zu entspannen, denn abzuwenden ist sie nicht.
Vor dem Hintergrund der Krise änderte CDU auf dem Papier ihren Kurs und erst wurden Forderungen nach “freien Märkte” im Leitantrag zum Stuttgarter Parteitag gestrichen und verbal wurde aus dem cduschen Marktradikalenkonzept “Neue soziale Marktwirtschaft” eine Übertragung des ehrhardschen Nationalkonzept auf ein internationale Wirtschafts- und Sozialordnung und schon bald verzichtete man auch auf das “Neue” und setzt auf die “alte” Soziale Marktwirtschaft.
Was die CDU und Merkel nun mit der “alten” Sozialen Marktwirtschaft meinen und wie die “soziale Marktwirtschaft” der Zukunft ausschaut ist unklar. Aber wenn man mal genauer hinschaut, hat sich das “marktradikale Denken” der CDU nicht geändert, nur es wird anders verpackt.
Sobald eine Koalition mit der FDP eingegangen wird, lässt die Union ihre Maske fallen und man macht zusammen mit den Liberalen eine marktradikale Politik mit Beschneidungen von Arbeitnehmerrechten, weiterer Deregulierung der Märkte und weiteren Steuersenkungen für die oberen Bevölkerungsschichten.






