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Eliten-Politik eine Absage erteilen!

Juso-Hochschulgruppen fordern von Frau Wanka überfällige Verhandlungen über Hochschulpakt und Abschied vom Deutschland-Stipendium

Zum Amtsantritt von Johanna Wanka als Bundesbildungsministerin erklärt Mareike Strauß, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„Frau Wanka hat jetzt knapp sieben Monate Zeit, um den hinterlassenen Reformstau im Bildungsbereich anzugehen! Drängende Fragen wie die Neuverhandlung des Hochschulpakts hat Schavan einfach ausgesessen. Frau Wanka muss jetzt schleunigst mit den Ländern Verhandlungen für einen neuen Hochschulpakt aufnehmen, damit die Hochschulen im nächsten Jahr nicht vor leeren Kassen stehen.

Auch Schavans Prestige-Projekt „Deutschlandstipendium“ hat sich als Nullnummer herausgestellt. Nicht einmal die Hälfte der geplanten Stipendien wurden bisher vergeben. Frau Wanka hat nun die Chance, das Projekt Deutschlandstipendium als gescheitert abzuhaken und mit den Mitteln die längst überfällige BAföG-Erhöhung umzusetzen. Einen echten Kurswechsel in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik wird es mit Frau Wanka zwar nicht geben, aber glücklicherweise ist die Zeit bis zur Bundestagswahl nicht mehr lang!“

Schavan ist weg – “Bildungsrepublik” trotzdem nicht in Sicht

Juso-Hochschulgruppen begrüßen den Rücktritt von Annette Schavan und fordern qualifizierte Neubesetzung

Zum Rücktritt der Bundesministerin für Bildung und Forschung erklärt Kilian Krumm vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

“Der Rücktritt von Frau Schavan ist konsequent. Sie hat sich als Wissenschaftsministerin unglaubwürdig gemacht und muss nun die Konsequenzen tragen. Damit gelten für sie nun die gleichen Ansprüche, die sie vor zwei Jahren an ihren Kabinettskollegen zu Guttenberg öffentlich stellte. Auch politisch hinterlässt Schavan eine ernüchternde Bilanz. Von der vollmundig verkündeten ‘Bildungsrepublik’ sind wir immer noch meilenweit entfernt.

Dies ist ein weiterer Rückschlag für die schwarz-gelbe Bundesregierung. Auch für die Baustelle Bildungspolitik wird nun dringendst eine Zuständigkeit mit Kompetenzen benötigt! Die Chance, so jemanden in den gelichteten Reihen von Union und FDP zu finden, scheint jedoch mehr als gering.”

Junge Union Minden-Lübbecke schulpolitisch auf dem Irrweg

Zur Presseerklärung der Jungen Union Minden-Lübbecke zur Diskussionsveranstaltung “»Die Gemeinschaftsschule« – Gleiche Chancen für alle – und wohnortnah!” der NRWSPD-Landtagsfraktion erklärt der stellv. Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos Jens Vogel:

„Alleine das Bekenntnis der Jungen Union Minden-Lübbecke zum gescheiterten dreigliedrigen Bildungssystem zeigt  dass sie eine 2 oder 3-Klassenbildung  will, bei dem die sozial Schwächeren auf der Strecke bleiben -  Denn Bildungsstudien belegen dass gerade die soziale Herkunft in Deutschland über den Bildungsweg entscheidet und dies zeigt wie ungerecht das dreigliedrige Bildungssystem ist.

Die Verbundschule ist keine wirkliche Alternative, denn damit wird das gescheiterte dreigliedrige Bildungssystem  als zweigliedriges System mit dem bisherigen Nachteilen konserviert: Es wird wieder nach Klasse 4 selektiert und auch hier wird wieder die soziale Herkunft eine große Rolle spielen.

Dieser Teufelskreis von sozialer Herkunft und vorgegebenen Bildungsweg muss durchbrochen und dies kann es nur mit einer komplett neuen Schulstruktur und längeren gemeinsamen Lernen geschafft werden. Das längere gemeinsame Lernen ein Erfolgskonzept ist zeigen die PISA-Studien immer wieder, denn Länder die dieses Lernkonzept anwenden liegen deutlich vor Deutschland.

Das längere gemeinsame Lernen ist, neben der Auswirkung des demographischen Wandels auf das lokale Schulangebot, der Hauptgrund für die Einführung der Gemeinschaftsschule.

Scheinbar will die Junge Union Minden-Lübbecke gute Bildung nur wenige Schülerinnen und Schüler, denn anders kann man die Äußerung „Grundsätzliche Möglichkeit zum Abitur: Gut, aber Abitur im Einzelfall(..)“  nicht deuten. Die SPD und die Jusos haben sich „gute Bildung für Alle“ als Ziel für ihr Handeln gesetzt und dies wird mit der Gemeinschaftsschule, die allen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bietet das Abitur zu machen, realisiert.

Die Gemeinschaftsschule ist derzeit in NRW noch im Anfangsstadium und die rot-grüne Landesregierung hat immer gesagt, dass die Gemeinschaftsschule in Zusammenarbeit mit den lokalen Schulträgern und den Eltern realisiert werden sollen.

Nur weil derzeit nur 19 Schulen die Teilnahme am Schulversuch beantragt haben, kann man nicht wirklich davon sprechen dass kein Interesse besteht, denn von Seiten des Schulministeriums wurden Voraussetzungen zur Teilnahme am Schulversuch festgelegt, die auch nur 17 Schulen bisher komplett erfüllt haben.  Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Gemeinschaftsschule zum Erfolg wird oder nicht, deshalb ist die Schlussfolgerung der Jungen Union zu verfrüht.

Die Jusos Minden-Lübbecke fordern gerade die SPD-geführten Kommunen im Kreis Minden-Lübbecke und die SPD Stadt- und Gemeindefraktionen auf, zusammen mit den Elternvertretern Initiativen für die Realisierung einer Gemeinschaftsschule in deren Kommune auf den Weg zu bringen.

Abschließend ist zu sagen, dass die Entrüstung der Jungen Union Minden-Lübbecke über eine angebliche Verhinderung eines angeblichen Wettbewerbes zwischen Verbundschule und Gemeinschaftsschule, total unglaubwürdig ist, wenn man bedenkt wie Schwarz-Gelb in ihrer Regierungszeit mit der Gesamtschule umgegangen ist: Schlecht geredet, ablehnende Bescheide auf Realisierungsanträgen von neuen Gesamtschulen usw. – So viel zum Thema Wettbewerb und Verhinderung.“

Gute Bildung für Alle – Am längeren gemeinsamen Lernen festhalten

Zu den Forderungen des ostwestfälischen CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok nach einen „Volksentscheid über die Bildungspolitik in NRW“ erklärt der stellv. Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos und bildungspolitische Sprecher Jens Vogel:

„Es wird mal wieder deutlich, dass die Elmar Brok und die NRWCDU auch in der Bildungspolitik Klientelpolitik auf den Rücken der Schülerinnen und Schülern betreiben will und dabei fundierte Bildungsstudien, die das längere gemeinsame Lernen und eine Schulstrukturreform fordern, ignorieren und einen Schulkrieg vom Zaun brechen wollen.

Die Jusos und die SPD bleiben dabei: Ein gerechtes und leistungsstarkes Schulsystem erfordert ein längeres gemeinsames Lernen, daran ändert auch der Ausgang des Volksentscheides in Hamburg nicht, der von einer populistischen Kampagne einer selbsternannten bürgerlichen Bildungselite begleitet wurde, die am selektiven Bildungssystem festhalten wollen, um ihre Kinder nicht in einer Schule mit bildungsfernen und sozialschwächeren Kindern zu schicken.

Nun fordern Herr Brok und seine Partei auch einen Volksentscheid in Nordrhein- Westfalen, weil sie der Meinung sind, dass die Menschen in Nordrhein-Westfalen gegen eine Schulstrukturreform sind – Nur übersehen Herr Brok und seine Partei, dass zwar die Primarschule in Hamburg gestoppt wurde, es allerdings dennoch ein Aufbrechen der Schulstruktur in Hamburg geben wird, vom drei-gliedrigen System zum zwei-gliedrigen System mit Stadtteilschule und Gymnasium.

Die rot-grüne Landesregierung geht in NRW einen ganz anderen Weg, anstatt dem Land ein neues Bildungssystem einzustülpen, soll die Schulstruktur vor Ort schrittweise und behutsam, unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen und in Zusammenarbeit mit den lokalen Schulträgern und Eltern neugestaltet werden, um das längere gemeinsame Lernen zu realisieren und ein breites Schulangebot sicherzustellen.

Auch wenn die NRWCDU und NRWFDP immer wieder behaupten werden keine Gymnasien geschlossen – Im Gegenteil, es werden sogar mehr Gymnasien durch die Einrichtung von gymnasialen Oberstufen an den Gemeinschaftsschulen vor Ort geben bzw. die Sekundarstufe II an der Gemeinschaftsschule wird in Kooperation mit den Gymnasien realisiert.

Die NRWCDU und die NRWFDP versuchen mit ihren Äußerungen die Eltern und Schülern zu verunsichern und einen Schulkrieg vom Zaun zu brechen, anstatt sich sachlich mit dem neuen Schulsystem auseinanderzusetzen.”

Der Wahlkampf ist vorbei Herr Abruszat!

Zu den Presseveröffentlichungen der FDP Minden-Lübbecke und dessen Kreisvorsitzenden Kai Abruszat (MdL) vom 7. bzw. 8. Juli erklärt der bildungspolitische Sprecher und stellv. Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos Jens Vogel:

“Der FDP-Kreisvorsitzende Kai Abruszat hat wohl noch nicht gemerkt, dass der Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen vorbei ist, wenn man seine Angstmacher-Statements zur Abschaffung gut funktionierender Gymnasien in NRW und auch im Kreis Minden-Lübbecke so liest.

Scheinbar hat der FDP-Kreisvorsitzende den Schulpart des rot-grünen Koalitionsvertrages “Gemeinsam neue Wege gehen” nicht richtig gelesen, denn an keiner Stelle des Koalitionsvertrages steht, wie von Herrn Abruszat behauptet, dass die NRWSPD und die NRWGrünen funktionierende Gymnasien auflösen werde.

Im Koalitionsprogramm von SPD und Grünen geht um etwas ganz anderes: Der von allen Bildungsfachleuten aufgestellten Forderung nach längerem gemeinsamen Lernen der Schüler soll endlich auch bei uns entsprochen und Raum gegeben werden. Auch der demographische Wandel spielt zukünftig eine entscheidende Rolle, beim Erhalt eines ortsnahen Schulangebotes mit allen Schulabschlüssen – gerade im ländlichen Raum, wie der Kreis Minden-Lübbecke.

Die rot-grüne Landesregierung sieht in der Gemeinschaftsschule als geeignete Schulform, um das längere gemeinsame Lernen zu realisieren und ein breites Schulangebot sicherzustellen. Schrittweise und behutsam, unter Berücksichtigung der örtlichen Bedingungen und in Zusammenarbeit mit den lokalen Schulträgern und Eltern, soll die Schulstruktur vor Ort neugestaltet werden.

Herr Abruszat versucht mit seinen Äußerungen die Eltern und Schülern zu verunsichern und von Seiten der Union wird wieder ein Schulkrieg heraufbeschworen, anstatt sich sachlich mit dem neuen Schulsystem auseinanderzusetzen.”

Mehr zum Thema:
Koalitionsvertrag “Gemeinsam neue Wege gehen”

Bildung kostet Geld – Nicht bei den Schwächeren sparen

Zur aktuellen Diskussion um Einsparungen bei Schulbuchzuschüssen erklärt der stellv. Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos Jens Vogel:

Es ist richtig, dass die Haushaltssituation der Städte und Gemeinden im Kreis Minden-Lübbecke dramatisch ist und diese durch Steuerausfälle unter anderem durch die wahnsinnigen Steuersenkungspläne von Schwarz-Gelb noch verschlimmert wird.

Es ist ebenso richtig, dass freiwillige Leistungen von Kommunen die auf dem Weg in die Haushaltssicherung sind bzw. sich bereits in der Haushaltssicherung befinden, auf dem Prüfstand kommen, aber selbst dort sollte man Augenmaß beweisen.

In Minden überlegt man den Zuschuss zu Schulbücher für Arbeitslosengeld II-Bezieher zu streichen und die Kosten von ca. 35 € den Betroffenen wieder aufzuerlegen.

Es ist sarkastisch von Frau Traue (CDU Minden) zu behaupten, dass die Betroffenen 35 € für Schulbücher aufbringen können, wenn auf der anderen Seite die betroffenen Kinder nicht einmal an Klassenfahrten teilnehmen können oder mit abgelaufenen Schuhen zur Schule gehen müssen – Da die Regelsätze dafür nicht ausreichen.

Es müssen andere Wege bei den Einsparungen und bei der Finanzierung von freiwilligen Leistungen gefunden werden, anstatt bei der Bildung und den sozial Schwachen zu streichen.

Die Jusos sehen hier das Land in der Verpflichtung die Lehrmittelfreiheit wieder für alle Schülerinnen und Schüler einzuführen und die Kosten dafür zu übernehmen – Um einer Zweiklassengesellschaft in den Schulen entgegenzuwirken und die kommunalen Haushalte zu entlasten.

Bildung darf nicht vom Portemonnaie der Eltern abhängen und die Aufstiegschancen durch eine gute Bildung dürfen den sozial Schwachen nicht vorenthalten werden, so Jens Vogel abschließend.

 

“Für ein gerechtes und chancengleiches Bildungssystem”

Zur Besetzung des Audimax an der Universität Bielefeld erklärt Jens Vogel, stellv. Vorsitzender der Jusos Minden-Lübbecke und bildungspolitischer Sprecher:

Seit Mittwoch Mittag (11.11.2009) ist das Audimax der Universität Bielefeld besetzt. Die Jusos Minden-Lübbecke solidarisieren sich ausdrücklich mit den Besetzerinnen und Besetzern an der Universität Bielefeld und an den anderen Universitäten in Deutschland.

Anlass für die Besetzung ist der Protest der Studierenden Österreichs, die seit zwei Wochen bereits Hörsäale aus Protest gegen die Ökonomisierung der Universitäten, Bildungsgebühren und die schlechte Umsetzung von Bachelor/Master besetzt halten.Diese Missstände existieren ebenso an den Universitäten in Deutschland und so auch an der Universität in Bielefeld!

Der Bildungsstreik mit über 270.000 Demonstrierenden in diesem Sommer hat gezeigt, dass die in den letzten Jahren durchgeführten, drastischen Veränderungen im deutschen Bildungssystem nicht kommentarlos hingenommen werden. Leider hat sich seitdem außer bloßen Willenserklärungen der politischen Akteure nichts an der Situation verbessert. Die Besetzungen an der Universität in Bielefeld sind deshalb der folgerichtige Schluss der bisherigen Verweigerung, konkrete Verbesserungen der derzeitigen Situation herbeizuführen.

Die Ökonomisierung von Bildung auch in Deutschland muss endlich gestoppt, die öffentliche Finanzierung aller Bildungseinrichtungen von der Kita bis zur Hochschule deutlich ausgebaut und die Bildung kostenfrei und mit gleichen Chancen für alle zugänglich gemacht werden muss. Um dies zu erreichen, fordern wir die Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren von der Kita bis zur Hochschule und eine Stärkung der demokratischen Mit- und Selbstverwaltungsstrukturen.

Die aktuellen Besetzungen und der bundesweite Bildungsstreik am 17. November 2009 dienen dazu, den Forderungen der SchülerInnen und Studenten/Studentinnen Nachdruck zu verleihen und den politischen Akteuren zu zeigen, dass sie sich nicht vor der Realität verschließen können.

Am 17. November 2009 beteiligt das “Bündnis für sozial-gerechte Bildung Minden-Lübbecke” sich ebenfalls am Bildungsstreik.

Weitere Infos auf der Webseite des Bündnisses: http://gerechtebildung.blogsport.de

NRW-Bildungspolitik: ungenügend!

Zur Veröffentlichung des Bildungsmonitors 2009 und den fehlenden Lehrerstellen in Minden-Lübbecke erklärt der stellv. Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos Jens Vogel:

Der am Donnerstag in Köln veröffentlichte Bildungsmonitor 2009 spricht Bände: Die schwarz-gelbe Landesregierung und die Bildungsministerin Barbara Sommer sind mit ihrer Bildungspolitik endgültig gescheitert.

Bereits zum zweiten Mal hintereinander ist Nordrhein-Westfalen beim Bildungsmonitoring auf dem vorletzten Platz gelandet und zeigt, dass die von Barbara Sommer´s Bildungsbilanzen der letzten Wochen nur Schönrechnerrei war und Nordrhein-Westfalen eben nicht die beste Bildungspolitik betreibt.

2005 war Jürgen Rüttgers mit einen großen Ziel angetreten: Das Bildungssystem modernisieren, den angeblichen Unterrichtsstundenausfall von 5 Mio. Stunden abzubauen, die Klassengröße zu verkleinern.

Und wie schaut es 2009 aus? Schwarz-Gelb hält am gescheiterten und unsozialen dreigliedrigen Schulsystem fest, an vielen Schulen platzen die Klassenräume aus allen Nähten und es fehlen Lehrer an 2.500 Schulen in NRW- besonders an Berufskollegs.

Dies betrifft auch den Kreis Minden-Lübbecke wie eine kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe und Karl-Heinz Haseloh ergab: Von den vorhandenen 118 Schulen sind 56 Schulen mit Lehrkräften unterbesetzt. Dort fehlen insgesamt 82 Lehrkräfte. Dies entspreche einem Ausfall von 82.000 Stunden jährlich.

Besonders an Berufskollegs im Kreis Minden-Lübbecke, die Aufgrund der angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt starke Zuläufe haben, ist die Lage kritisch – Dort fehlen nach Angabe der Landesregierung 26 Lehrkräfte. So fehlen z.B. allein am Berufskolleg in Lübbecke 9 Lehrkräfte.

Es muss nun gehandelt werden, um die fehlenden Lehrerstellen in den nächsten Wochen und Monaten zu besetzen, anstatt nicht gerechtfertigte Jubelarien anzustimmen, wie es die Bildungsministerin Sommer es in den letzten Tagen immer wieder gemacht hat und sich sogar babei mit fremden Federn geschmückt hat – Denn die offene Ganztagsschule wurde von der NRWSPD durchgesetzt und nicht von ihr!

Einwurf: Keine Ideologiedebatte beim Bildungssystem!

Ein Einwurf von Jens Vogel – stellv. Vorsitzender der Jusos Minden-Lübbecke

GemeinschaftsschuleMit Schmunzeln musste ich die Äußerung von Karl Erich Schmeding beim Wahlkampfauftakt der JU Minden-Lübbecke zum Thema “Bildung” lesen.

Er warne vor der Einführung einer Einheitsschule, die keinerlei Wahlmöglichkeiten mehr für Eltern und Schüler bieten würde. Er stehe für eine individuelle Förderung aller Kinder – dies sei nur in einem mehrgliedrigeren Schulsystem besser möglich.

Alleine die Wortwahl “Einheitsschule” macht deutlich, dass Herr Schmeding eine idelogische Debatte führen will, anstatt sich wie die SPD sachlich mit der Thematik “Gemeinschaftsschule” auseinanderzusetzen. Nicht nur die SPD macht sich Gedanken über die Zukunft unseres Bildungssystems sondern auch der Verband Bildung und Erziehung, kurz VBE, der nicht gerade den Sozialdemokraten nahesteht und auch dieser Verband setzt sich für die Gemeinschaftsschule ein.

Und in Schleswig-Holstein hat die Union mit ihrem damaligen Koalitionspartner SPD die Gemeinschaftsschule eingeführt. Und auch in NRW, genauer gesagt in Horstmar/Schöppingen wollten CDU-Bürgermeister einen Modellversuch der Gemeinschaftsschule starten, dieser wurde aber von der schwarz-gelben Landesregierung untersagt.

Aber zurück zum Thema: Herr Schmeding behauptet, dass die Eltern und Schüler keinerlei Wahlmöglichkeiten hätten bei der Gemeinschaftsschule – Wenn man sich das Konzept der NRWSPD anschaut, denn wird man sehen dass es 2 Modelle der Gemeinschaftsschule gibt und die Eltern sehrwohl die Wahlmöglichkeit besitzen.

Von Klasse 5 bis Klasse 6 werden die Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet und ab Klasse 7 entscheidet die zuständige Schulbehörde mit den Lehreren und den Eltern wie ab Klasse 7 die Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.

Modell 1: Ab Klasse 7 gemeinsamer Unterricht bis Klasse 10

Modell 2: gemeinsamer Unterricht in Klassen 5/6 und ab Klasse 7 Differenzierung innerhalb der Schule nach Hauptschule/Realschule/Gymnasium. (Möglichkeit der Durchlässigkeit auch nach Oben besteht in diesem System)

Am Ende der Klasse 10 können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden.

Herr Schmeding behauptet, dass Förderung aller Schüler im gegliederten Schulsystem besser möglich sei und auch hier wird wieder deutlich, dass sich Herr Schmeding nicht mit dem Thema “Gemeinschaftsschule” auseinandergesetzt hat, denn jeder Schüler bekommt einen individuellen Förderplan, der auf die jeweiligen Schwächen und Stärken des Schüler/der Schülerin abgestimmt ist.

Es wird Zeit dass die verkrustete Struktur eines gescheiterten Bildungssystem aufgebrochen wird und eine neue Schule mit einer neuen Lernkultur an dessen Stelle tritt und damit allen Schülerinnen und Schülern eine Chance auf gute Bildung erhalten.

Neues Lernen in neuen Schulen

Der stellv. Vorsitzende der Jusos Minden-Lübbecke Jens Vogel zur Forderung der Jusos nach einer Schulstrukturreform in NRW

Aktuell wird die Zukunft der schulischen Bildung in NRW wieder intensiv diskutiert. Die NRW SPD plant unter anderem zu diesem Thema einen bildungspolitischen Landesparteitag am 25.8.2007.

Der stellv. Vorsitzender der Jusos Minden-Lübbecke, Jens Vogel erklärt zu diesem Thema: „Wir wollen nicht nur eine Debatte um die Schulstruktur. Unserer Meinung nach müssen auch die Inhalte der schulischen Bildung reformiert werden.“

Die Jusos Minden-Lübbecke treten hierbei für ein neues Lernen an neuen Schulen ein. Jens Vogel: „Natürlich wollen wir ein gemeinsames Lernen mit einem gemeinsamen Abschluss nach zehn Schuljahren. Aber in einer neuen Schule muss ein neues Lernen einziehen.“

Jens Vogel erläutert dazu die Forderungen der Jusos: „Wir wollen eine flächendeckende Ganztagsschule. Außerdem biete das gemeinsame Lernen vielfältige neue und gute pädagogische Ansätze, die wir nutzen wollen. Wir stellen uns dabei vor, dass neues Lernen in einer neuen Schule verstärkt auf der Vermittlung von Kompetenzen und nicht nur auf dem Pauken von Wissen basieren soll.“

Insbesondere kritisieren die Jusos Minden-Lübbecke aber die Politik der Schwarz-Gelben Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: „Jürgen Rüttgers und seine Schulministerin Sommer führen NRW mit Maßnahmen wir zentralen Abschlussprüfungen, Kopfnoten und veralteten Unterrichtskonzepten zurück ins bildungspolitische 19. Jahrhundert. Dieser Irrweg muss beendet werden.“