Aus dem KVEinwurf

Einwurf: Keine Ideologiedebatte beim Bildungssystem!

Ein Einwurf von Jens Vogel – stellv. Vorsitzender der Jusos Minden-Lübbecke

GemeinschaftsschuleMit Schmunzeln musste ich die Äußerung von Karl Erich Schmeding beim Wahlkampfauftakt der JU Minden-Lübbecke zum Thema “Bildung” lesen.

Er warne vor der Einführung einer Einheitsschule, die keinerlei Wahlmöglichkeiten mehr für Eltern und Schüler bieten würde. Er stehe für eine individuelle Förderung aller Kinder – dies sei nur in einem mehrgliedrigeren Schulsystem besser möglich.

Alleine die Wortwahl “Einheitsschule” macht deutlich, dass Herr Schmeding eine idelogische Debatte führen will, anstatt sich wie die SPD sachlich mit der Thematik “Gemeinschaftsschule” auseinanderzusetzen. Nicht nur die SPD macht sich Gedanken über die Zukunft unseres Bildungssystems sondern auch der Verband Bildung und Erziehung, kurz VBE, der nicht gerade den Sozialdemokraten nahesteht und auch dieser Verband setzt sich für die Gemeinschaftsschule ein.

Und in Schleswig-Holstein hat die Union mit ihrem damaligen Koalitionspartner SPD die Gemeinschaftsschule eingeführt. Und auch in NRW, genauer gesagt in Horstmar/Schöppingen wollten CDU-Bürgermeister einen Modellversuch der Gemeinschaftsschule starten, dieser wurde aber von der schwarz-gelben Landesregierung untersagt.

Aber zurück zum Thema: Herr Schmeding behauptet, dass die Eltern und Schüler keinerlei Wahlmöglichkeiten hätten bei der Gemeinschaftsschule – Wenn man sich das Konzept der NRWSPD anschaut, denn wird man sehen dass es 2 Modelle der Gemeinschaftsschule gibt und die Eltern sehrwohl die Wahlmöglichkeit besitzen.

Von Klasse 5 bis Klasse 6 werden die Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet und ab Klasse 7 entscheidet die zuständige Schulbehörde mit den Lehreren und den Eltern wie ab Klasse 7 die Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.

Modell 1: Ab Klasse 7 gemeinsamer Unterricht bis Klasse 10

Modell 2: gemeinsamer Unterricht in Klassen 5/6 und ab Klasse 7 Differenzierung innerhalb der Schule nach Hauptschule/Realschule/Gymnasium. (Möglichkeit der Durchlässigkeit auch nach Oben besteht in diesem System)

Am Ende der Klasse 10 können alle Abschlüsse der Sekundarstufe I erreicht werden.

Herr Schmeding behauptet, dass Förderung aller Schüler im gegliederten Schulsystem besser möglich sei und auch hier wird wieder deutlich, dass sich Herr Schmeding nicht mit dem Thema “Gemeinschaftsschule” auseinandergesetzt hat, denn jeder Schüler bekommt einen individuellen Förderplan, der auf die jeweiligen Schwächen und Stärken des Schüler/der Schülerin abgestimmt ist.

Es wird Zeit dass die verkrustete Struktur eines gescheiterten Bildungssystem aufgebrochen wird und eine neue Schule mit einer neuen Lernkultur an dessen Stelle tritt und damit allen Schülerinnen und Schülern eine Chance auf gute Bildung erhalten.