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Köln, Herford – Keine Konsequenzen aus Emsdetten gezogen!

Der stellv. Vorsitzende der Jusos Minden-Lübbecke Jens Vogel, erklärt zu der Forderung der Landesschülervertretung nach mehr Schulpsychologen:

Stetiger Leistungsdruck, die Angst vor dem Versagen oder private Probleme, dies spielt heute eine große Rolle im Leben der Schülerinnen und Schülern und viele wissen nicht wie sie damit umgehen sollen. Oft endet dies in Agressionen gegenüber Lehrern und Mitschülern, wie zuletzt bei den Amokdrohungen gegen eine Schule in Köln oder bei den Morddrohungen gegen die Schüler eines Berufskollegs in Herford. Nach Amokläufen reagiert das Land schnell und schickt Notfallpsychologen an die betreffende Schule, in der übrigen Zeit müssen Lehrkräfte dies übernehmen und sind oft damit überfordert.

Nach dem Amoklauf in Emsdetten kündigte Landesbildungsministerin Sommer 50 zusätzliche Schulpsychologenstellen und Notfall-Handbücher an, in denen Anweisungen für alle Arten von Notfällen enthalten sein sollen. Nach Berichten des WDR seien die zusätzlichen Psychologenstellen noch nicht eingerichtet worden und auch die Notfallhandbücher sind noch nicht da!

Gegenüber dem WDR-Politikmagazin “Westpol” erklärte Sommer, “dass diese Maßnahmen finanzierbar sein müssen und wenn die 50 Schulpsychologen erstmal in Dienst seinen, dann seien das schon mal 50 mehr” und verweist auf die kommunalen Psychologenstellen, die ja auch zur Verfügung stehen. Die kommunalen Psychologenstellen reichen nicht aus, um im ausreichenden Maße ein breites schulpsychologisches Angebot an den Schulen zu gewährleisten, so Jens Vogel und verweist darauf, dass sich die Schulen die wenigen Psychologen im Kreis teilen müssen.

Nicht nachvollziehen kann Vogel die Äußerung Sommers, dass Maßnahmen, wie Psychologenstellen oder einen “Notfallordner” “finanzierbar sein müssen” und dort mit der spitzen Feder rechnet, wenn die Bildungsministerin auf der anderen Seite ihren Etat für Öffentlichkeitsarbeit um 440.000 Euro mehr als verdoppeln kann, um ein Hochglanzmagazin für Eltern herauszugeben.

Anstatt die 440.000 Euro in eine Elterninfobroschüre zu stecken, sollte die Bildungsministerin in Psychologenstellen und Gewaltpräventionsprogramme für Jugendliche investieren, um Gewalt an den Schulen einzudämmen fordert Vogel und fügt abschließend hinzu, dass man vielleicht auch etwas Geld beim der geplanten “Imagekampagne für den Standort NRW” abzwacken und dieses Geld in notwendige Schulpsychologenstellen anlegen kann.