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Bahn muss sich ihrer Verantwortung stellen!

Donnerstag, 10.Januar 2008 von Redaktion

Aus dem UB-Büro, Gegen Rechts, Presse & News

Kostenerlass für den “Zug der Erinnerung”

Während der NS-Zeit spielte die “Deutsche Reichsbahn” eine entscheidende Rolle bei der Deportation von ca. 1 Million Kinder und Jugendlichen von Juden, Roma, Sinti und politischen Gefangenen des NS-Regimes in die Konzentrations – & Vernichtungslagern des Dritten Reiches. Das Reichsverkehrsministerium entschied über die Bereitstellung der Züge und die “Logistiker” der Deutschen Reichsbahn erstellten den Laufplan für die Deportationen in die Vernichtungslager.

Der Verein “Zug der Erinnerung” hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kinder die in die Vernichtungslager deportiert wurden, dem Vergessen zu entreißen. Seit dem 8. November 2007 fährt ein Zug mit Stopps in über 30 Städten die Deportationsroute in Richtung Auschwitz entlang. Fotos, Film- und Videosequenzen von Überlebenden berichten von der Zustellung der Bescheide, beschreiben den Weg zu den Lagern, erzählen von den Transporten, aber auch die Täter werden in den Fokus gerückt, die in der Nachkriegszeit Karriere bei der Bahn machten.

Die “Deutsche Bahn AG”, als historische Erbin der “Reichsbahn”, verlangt hohe Summen, damit der „Zug der Erinnerung“ das deutsche Schienennetz benutzen darf (Trassengebühren). Für den Zugang zur Ausstellung über die deportierten Kinder auf den deutschen Bahnhöfen sollen weitere Gelder an die Bahn AG gezahlt werden (Stationsgebühren). Schließlich stellt das Unternehmen tausende Euro für die Beleuchtung der letzten Fotos und Briefe der Kinder in Rechnung, die im „Zug der Erinnerung“ zu sehen sind (Anschlussgebühren). Die Kosten für die gesamte Strecken betragen 250.000 € und diese sollen durch Spenden gegenfinanziert werden, so die Bahn und das Bundesverkehrsministerium, und lehnen einen Erlass dieser Forderungen ab. Die historischen Erben der staatlichen Täter lehnen jede finanzielle Unterstützung kategorisch ab.

Für die Jusos ist es nicht nachvollziehbar, dass die Bahn AG aus dieser Ausstellung über ihre “dunkle Vergangenheit” Kapital schlagen will und fordern die Deutsche Bahn AG, sowie das Bundesverkehrsministerium auf, sich ihrer Verantwortung als “historische Erben” zu stellen und alle Forderungen gegenüber den Verein “Zug der Erinnerung” zu erlassen.

.::Links
Website zum “Zug der Erinnerung”

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