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JUSOS INFORMIEREN SICH ÜBER DIE ARBEIT VON NADESCHDA

Mira von Mach von der Frauenberatungsstelle für Opfer von Menschenhandel NADESCHDA hat den Arbeitskreis Menschenrechte der Jusos Minden-Lübbecke besucht. Die Sozialpädagogin berichtete über die Arbeit der Beratungsstelle. Der Name Nadeschda kommt aus dem russischen und bedeutet Hoffnung. Frauen, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden sind, Hoffnung zu geben, das ist auch das Ziel von NADESCHDA.

Ostwestfalen hat gemessen an der Bevölkerungszahl die höchste Dichte an bordellartigen Einrichtungen deutschlandweit. Zwangsprostitution ist deshalb gerade im ländlichen Raum ein hochaktuelles Thema. NADESCHDA betreut zurzeit etwa 20
und begleitet pro Jahr 50 bis 70 Frauen, berichtete Mira von Mach.

Die Betreuung enthält unter anderem eine muttersprachliche Beratung, Begleitung zu Ärztinnen und Psychologinnen und Unterstützung der Opferzeuginnen in Strafprozessen gegen Menschenhändler und Zuhälter.

„Die öffentliche Sensibilisierung ist gerade bei dem Thema Menschenhandel und Zwangsprostitution ganz wichtig“, erklärt die Leiterin des Arbeitskreises Menschenrechte der Mühlenkreis-Jusos, Anna Lisa Steinmeier.

Die Jusos wollen sich deshalb weiterhin mit dem Thema beschäftigen und Anträge für den Unterbezirksparteitag der SPD vorbereiten.

Die Opferrechte für Betroffene von Menschenhandel müssten etwa verbessert und von der Bereitschaft der Frauen, vor Gericht auszusagen, abgekoppelt werden, forderte Mira von Mach, die auch Mitglied im Vorstand des bundesweiten
Koordinierungskreises gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozess ist. Die Gerichtsverhandlungen seien für die Frauen eine schwere Belastung. Sie müssten den Tätern gegenübertreten und würden von deren Verteidigern unter Druck gesetzt.

Finanziert wird die Arbeit von NADESCHDA unter anderem vom Kreis Minden- Lübbecke. „Diese Förderung muss unbedingt beibehalten werden, NADESCHDA leistet eine hervorragende und sehr wichtige Arbeit“, betont der Vorsitzende der Jusos Minden-Lübbecke, Micha Heitkamp.

Mehr Informationen zu dem Thema gibt es auf der Homepage des bundesweiten Koordinierungskreises: www.kok-buero.de.