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NRW-Bildungspolitik: ungenügend!

Donnerstag, 20.August 2009 von Redaktion

Aus dem UB-Büro, Aus dem UB-Büro, Presse & News

Zur Veröffentlichung des Bildungsmonitors 2009 und den fehlenden Lehrerstellen in Minden-Lübbecke erklärt der stellv. Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos Jens Vogel:

Foto: Jusos.deDer am Donnerstag in Köln veröffentlichte Bildungsmonitor 2009 spricht Bände: Die schwarz-gelbe Landesregierung und die Bildungsministerin Barbara Sommer sind mit ihrer Bildungspolitik endgültig gescheitert.

Bereits zum zweiten Mal hintereinander ist Nordrhein-Westfalen beim Bildungsmonitoring auf dem vorletzten Platz gelandet und zeigt, dass die von Barbara Sommer´s Bildungsbilanzen der letzten Wochen nur Schönrechnerrei war und Nordrhein-Westfalen eben nicht die beste Bildungspolitik betreibt.

2005 war Jürgen Rüttgers mit einen großen Ziel angetreten: Das Bildungssystem modernisieren, den angeblichen Unterrichtsstundenausfall von 5 Mio. Stunden abzubauen, die Klassengröße zu verkleinern.

Und wie schaut es 2009 aus? Schwarz-Gelb hält am gescheiterten und unsozialen dreigliedrigen Schulsystem fest, an vielen Schulen platzen die Klassenräume aus allen Nähten und es fehlen Lehrer an 2.500 Schulen in NRW- besonders an Berufskollegs.

Dies betrifft auch den Kreis Minden-Lübbecke wie eine kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Inge Howe und Karl-Heinz Haseloh ergab: Von den vorhandenen 118 Schulen sind 56 Schulen mit Lehrkräften unterbesetzt. Dort fehlen insgesamt 82 Lehrkräfte. Dies entspreche einem Ausfall von 82.000 Stunden jährlich.

Besonders an Berufskollegs im Kreis Minden-Lübbecke, die Aufgrund der angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt starke Zuläufe haben, ist die Lage kritisch – Dort fehlen nach Angabe der Landesregierung 26 Lehrkräfte. So fehlen z.B. allein am Berufskolleg in Lübbecke 9 Lehrkräfte.

Es muss nun gehandelt werden, um die fehlenden Lehrerstellen in den nächsten Wochen und Monaten zu besetzen, anstatt nicht gerechtfertigte Jubelarien anzustimmen, wie es die Bildungsministerin Sommer es in den letzten Tagen immer wieder gemacht hat und sich sogar babei mit fremden Federn geschmückt hat – Denn die offene Ganztagsschule wurde von der NRWSPD durchgesetzt und nicht von ihr!

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13 Kommentare

  1. Henning Vieker sagt:

    Jens… einmal zur Erinnerung: bis 2005 war die SPD in NRW über 40 Jahre lang für die Schulpolitik verantwortlich.
    Die Resultate dieser Politik sind … extrem grottig.
    Um sich nicht mehr an diesen Ergebnissen messen lassen zu müssen habt ihr jetzt ja wieder die Einheitsschule ausgepackt (Merkwürdig, das macht die SPD irgendwie häufiger in lezter Zeit: wenn sie genau weiß, dass sie etwas nicht umsetzen kann, dann wird es gefordert obwohl sie es 2 Jahre vorher noch hätte machen können… vgl. Mindestlohn)

    Ich versuche es mal mit nur einer Zahl: Schüler-Lehrer-Relation
    2005: 18,59
    2009: 17,06

  2. Henning Vieker sagt:

    Oh, wenn man mal weiter liest – das ist ja eine Studie von der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft”. Witzig. schreibst du nicht sonst Kommentare gegen die?

    Und wenn man die Ergebnisse ernst nimmt (Rosinen picken ist nicht…) – die Top 5 der Länder haben alle ein gegliedertes Schulsystem. Wie passt da jetzt die Forderung nach einer Einheitsschule zu?

  3. Henning Vieker sagt:

    Einen dritten Kommentar kann ich mir nicht verkneifen – die Daten der Studie stammen aus den Jahren 2006/2007. Das heißt: das ist die Abschlussbilanz der SPD…

  4. Redaktion sagt:

    Es ist aber schon merkwürdig, wenn Tausende von Schüler auf die Straße gehen und für ein gerechteres Bildungssystem, kleinere Klassen und mehr Lehrer demonstrieren..

    Achja ich vergaß sind ja nur Linke die da demonstriert haben und in Wahrheit ist ja alles Tutti im Bildungssystem!

    Und von Einheitsschule zu sprechen ist schon lächerlich und zeigt, dass du hier wieder einmal durch die ideologische Brille schaust, anstatt sachlich zu argumentieren.

  5. Henning Vieker sagt:

    @ Redaktion: mit nicht einem Satz auf die angesprochenen Fakten eingehen und dann was von “keine Argumente” schreiben? … Leute, …
    also, Jens, noch mal für dich die Zusammenfassung:

    - CDU in NRW erst seit 2005 an der Macht; Studie arbeitet mit Daten von 2006/2007. Die schlechte Politik der SPD lässt sich nicht in einem Jahr beheben.

    - Schüler-Lehrer-Relation
    2005: 18,59
    2009: 17,06
    Zeigt doch, es passiert etwas in Richtung kleinere Klassen und mehr Lehrer.

    - Zitat von oben: “Schwarz-Gelb hält am gescheiterten und unsozialen dreigliedrigen Schulsystem fest”.
    In der Studie gewinnen aber gerade die Länder mit gegliedertem Schulsystem. Wie passt das zusammen?

  6. Redaktion sagt:

    Okay, da du ja gerne mit Zahlen spielst:

    An 9.000 nordrhein-westfälischen Schulen sitzen 30 und mehr Schülerinnen und Schüler in einer Klasse!

    Es fehlen in NRW ca. 4000 Lehrkräfte an den nordrhein-westfälischen Schulen.

    Wir haben einen Unterrichtsausfall von an die 5. Mio Stunden!

    Das sind harte Fakten Henning!

  7. Anika Wolski sagt:

    @ Henning Vieker

    So, ich will nur mal ein Beispiel geben!
    Ich bin in der 12. Klasse am Gymnasium und gerade bei uns in der Oberstufe merkt man erst richtig, wie viel Unterricht eigentlich wegen Lehrermangel ausfällt!
    Wir haben einen Biologie-Leistungskurs mit 28! Schülerinnen und Schülern, der Chemie-Grundkurs hat 31 Schülerinnen und Schüler! Also ich merke NICHTS davon, dass die Klassen kleiner geworden sind, denn wir haben gar nicht genug Lehrer um weitere Kurse aufmachen zu können in der Oberstufe.

    Und ein SoWi-Leistungskurs ist gar nicht erst zustande gekommen, weil wir nicht genug Lehrer dafür haben! Also kann da irgendetwas nicht ganz stimmen!

    Durch den offenen Ganztag nun, kommt nicht mal mehr ein Förderunterricht für die 5. Klassen zustande, da unsere Lehrer schon so ausgelastet sind.

    Zudem fällt immer wieder Unterricht aus, der nicht vertreten werden kann, vor allem auch in der Sekundarstufe I!

    Und ein weiteres Beispiel: am gestrigen Freitag hatte ich von normalen 9 Stunden Unterricht gerade mal eine!!!
    Und wo wir früher noch gestöhnt haben “13 Jahre Schule – wie ätzend” sagen wir heute “Bin ich froh, mein ABI noch mit 13 Jahren machen zu können”, denn wie will man den Unterrichtsstoff in einem Jahr weniger durchbekommen, wenn trotzdem noch so viele Stunden ausfallen?
    Und dazu noch in großen Kursen sitzen? Das kann auch nicht der richtige Weg sein!

    Also um ehrlich zu sein: Ich merke nicht das geringste davon, dass der Unterrichtsausfall abgebaut wird!

  8. Johannes Zück sagt:

    Das schlechte Abschneiden NRWs in dieser Studie der INSM, einer Organisation mit einem in meinen Augen sehr fragwürdigem Ziel, wird teilweise auch der alten SPD-Regierung geschuldet sein. Doch die großen Probleme auf die diese Studie hinweist, wie die Schulqualität, Integration und Betreuungsbedingungen, wurden von der schwarz-gelben Regierung noch verschärft.

    Es wird in dieser Studie und von der OECD besonders darauf hingewiesen, dass die Lehrerqualität ein entscheidender Faktor für die Schülerleistungen ist. Hier ist eine Verbesserung also wesentlich sinnvoller als eine kleine Korrektur der Schüler-Lehrer-Relationen. Die neu geschaffenen Stellen in NRW sind zu einem geringeren Teil Beamte, als noch zu Zeiten der SPD. Ebenfalls tragen kurzfristige Arbeitsverträge, eine momentan gängige Praxis bei Lehrereinstellungen, nicht wirklich zu einer Verbesserung der Unterrichtsqualität bei. Dies sind nur zwei Indizien für den wachsenden Qualitätsverlust der Lehrer und der schwarz-gelben Bildungspolitik, die dafür verantwortlich ist.

    Zur Diskussion über das dreigliedrige Schulsystem ist noch zu sagen, dass Länder mit einem geringeren Leistungsabstand bei PISA 2006 in der Regel höhere Durchschnittsleistungen aufweisen. Jetzt stellt sich die politische Frage, ob die Entwicklung weniger Eliten einer Verbesserung der Ausbildung für die Breite der Gesellschaft vorzuziehen ist. Uns Jusos ist klar, dass eine hohe Bildung für alle Teile der Bevölkerung viel wichtiger ist. hat. Bildungsinvestitionen sollen nicht nur einem erlesenen Kreis zugänglich gemacht werden. Vor allem Migranten würden unter einer solchen Politik leiden.

    PS: Das kann man sogar „marktwirtschaftlich“ begründen: „Wenn das durchschnittliche Bildungsniveau der in Deutschland lebenden Zuwanderer zumindest auf das Niveau der deutschen Bevölkerung angehoben wird, können in zehn Jahren Wachstumsimpulse in Höhe von 34 Milliarden Euro pro Jahr erwartet werden.“

  9. Henning Vieker sagt:

    Ihr lenkt vom Thema ab…
    Das sind ja Kommentare zu dem Artikel oben, und dort steht sinngemäß: “Hier eine neue Studie, daraus schließen wir: die CDU-Bildungspolitik ist Mist.” Diese Interpretation ist leider Schwachsinn, das sollte mittlerweile jeder begriffen haben. Oder?

    @Redaktion: Wie ist denn der Vergleich zu 2005? …

    @Anika: Es steht doch außer Frage, dass wir ein Problem in unserem Bildungssystem haben. Nur die Antworten der SPD (und hier gerade auch die Vorwürfe) passen mal gar nicht zu den vorliegenden Daten.

    @Johannes: Lehrerqualität: sehr richtiger und wichtiger Hinweis. Dir ist aber auch bekannt, dass Lehrer etwa 5 Jahre studieren. Sind wir wieder bei einem Argument, dass ich hier irgendwie öfter anführe: “Die SPD ist schuld” ;)

    “Zur Diskussion über das dreigliedrige Schulsystem ist noch zu sagen, dass Länder mit einem geringeren Leistungsabstand bei PISA 2006 in der Regel höhere Durchschnittsleistungen aufweisen.” – OK. Und?
    Wir haben es in NRW geschafft, in dem Bereich das (fast) unsozialste Bundesland zu werden ( = Bildungserfolg korreliert stark mit Elterneinkommen, Pisa). Und es gibt in NRW schon viele Gesamtschulen.
    Die Interpretation, dass “Eine Schule für alle” da jetzt besser ist ist rein ideologisch. Welche Daten geben das her?

  10. Bodo Böke sagt:

    Lieber Herr Vieker,

    die beiden Kommentare von Anika und Johannes waren immerhin noch mit Beispielen und Fakten belegt. Bei Ihnen kann immer nur lesen:”Die SPD ist schuld.”

    Wollen oder können Sie nicht anders argumentieren? Sonst machen Sie es sich extrem einfach.

    Viele Grüße
    Bodo Böke

  11. Bodo Böke sagt:

    Nachtrag:
    Auf der Seite der JU habe ich keine Stellungnahme oder Hinweis auf die Studie gefunden. Wenn die CDU-Schulpolitik doch so gut ist, warum machen Sie dann damit keine Werbung auf der Seite der JU?

    Grüße
    Bodo Böke

  12. Redaktion sagt:

    Mal wieder was zum Unterrichtsstundenausfall:

    Die Schulministerin Sommer hat heute zum ersten Mal den massenhaften Ausfall von Sportunterricht zugegeben. Ihren eigenen Aussagen zufolge erteilen die Schulen je nach Schulform zwischen 2,5 und 2,9 Stunden Sport in der Woche. Damit fallen wöchentlich rund 12.000 Sportstunden allein an den weiterführenden Schulen in Nordrhein- Westfalen aus. Das wiederum bedeutet einen Unterrichtsausfall von rund 500.000 Stunden im Fach Sport pro Jahr!

    Aber es gibt ja keinen Unterrichtsausfall.. Es fehlen ja keine Lehrer, sagt Henning Vieker (Ju-Kreisvorsitzender)

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