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Parkgebühren können zum Bumerang werden

Die Jusos Minden-Lübbecke kritisieren die nun bekannt gewordenen Überlegungen, den Öffentlichen Personennahverkehr in Minden durch Parkgebühren in Bahnhofsnähe zu fördern. „Offensichtlich fehlt hier der Blick für den Zusammenhang von Nah- und Fernverkehr“, sagt der Vorsitzende der Mühlenkreis-Jusos, Micha Heitkamp. Die Idee, Studierende sowie Berufspendlerinnen und -pendler durch Parkgebühren in Bahnhofsnähe zu mehr Fahrten mit dem ÖPNV zu drängen, sei nicht nur sozial ungerecht, sondern könne sich auch als Bumerang entwickeln.

„Wer mit der Bahn zur Arbeit oder in die Uni fährt, benutzt ja schon ein öffentliches Verkehrsmittel“, meint Heitkamp. Wenn man die Nutzung der Bahn unattraktiver gestaltet, könnten viele Pendlerinnen und Pendler dazu übergehen, die komplette Strecke mit dem PKW zu fahren. So würde man statt weniger, sogar mehr Autos auf die Straßen bringen.

Und gerade die Belastung von Studierenden, die sowieso nicht viel Geld hätten, sei nicht gerecht. Die Kommune dürfe nicht vor der Nutzung der Bahn abschrecken.

Stattdessen sollte der ÖPNV aus Sicht der Jusos attraktiver gestaltet werden. Aus vielen Teilen des Umlandes sei eine Anreise mit Bus sehr schwierig oder sogar unmöglich. Das liege an dem dünnen Netz, der schlechten Taktung und den hohen Preisen für Bustickets. Außerdem sei die Abstimmung der Fahrpläne auf die Fahrpläne der Bahn nicht ausreichend. „Wer nach der Arbeit oder dem Studieren jeden Tag noch eine Stunde auf einen Bus warten muss, der einen dann noch über einen Umweg nach Hause fährt, der wird auch bei Parkgebühren am Bahnhof eine Alternative zum ÖPNV finden“.