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Graffiti ist Kunst und kein Verbrechen

Marie Kristin Marten, Vorsitzende der Jusos im Altkreis Lübbecke, Jens Hübsch, Vorsitzender und Jens Vogel, stellv. Vorsitzender der Jusos Minden-Lübbecke zur Graffiti-Kritik des CDU-Landtagsabgeordneten Friedhelm Ortgies

Für die Einen ist es eine Kunstform, für die Anderen ist es Vandalismus – Die Rede ist von Graffiti. In fast jeder Stadt sind diese kleinen Kunstwerke an vielen grauen Hausmauern zu sehen, aber oft findet man darunter auch sinnlose Schmiererein, die mit der Graffiti-Kultur nichts gemein haben. Auch hier im Kreis Minden-Lübbecke findet man an vielen Orten Graffitis in Form von Signaturen, sog. Tags oder in Form von richtigen Kunstwerken an den Häuserwänden.

Am Osterwochenende waren die „Freunde der schnellen Spraydose“ auch in Rahden unterwegs und haben am Rahdener Bahnhof eine Zugeinheit der Eurobahn besprüht. Gleich wurde von Seiten des CDU-Landtagsabgeordneten Friedhelm Ortgies eine härtere Bestrafung der Täter und eine umfassende Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen in Rahden gefordert.


Die Mühlenkreis-Jusos halten solche Forderungen von Seiten des CDU-Landtagsabgeordneten für überzogen: Eine härtere Bestrafung für Sprayer wird bereits durch das Anti-Graffiti-Gesetz ermöglicht, demnach kann eine Sachbeschädigung eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren nach sich ziehen und eine Videoüberwachung, wie von Ortgies gefordert, wird „Schmierereien“, die leider von vielen als Graffiti bezeichnet werden, auch nicht verhindern können.

„Anstatt staatlicher repressiver Maßnahmen wie höhere Geldstrafen, die kaum Auswirkungen haben oder Freiheitsstrafen für Sprayer, brauchen wir eine sachliche Debatte über die Entfaltungsmöglichkeiten für die sog. Writer (Sprayer), auch hier im Mühlenkreis“, so Jens Vogel, der stellv. Vorsitzende der Jusos Minden-Lübbecke.

“Graffiti ist ein Ausdruck einer weltweiten Jugendkultur, die es seit über 30 Jahren gibt, und diese muss endlich als Kulturform anerkannt und gefördert werden, anstatt zu kriminalisieren“, so Jens Vogel weiter und fügt hinzu, „dass sich die Jusos im Mühlenkreis für die Schaffung von legalen Entfaltungsmöglichkeiten einsetzen werden.“

Auch Marie Kristin Marten, Vorsitzende der Jusos im Altkreis Lübbecke und Jens Hübsch, Vorsitzender der Jusos Minden-Lübbecke, sehen dies so: „Anstatt die Graffiti-Sprayer zur kriminalisieren, sollte man ihnen Freiflächen für das Ausleben ihrer Kultur zur Verfügung stellen und verweisen auf die Graffiti-Aktion der Jusos Porta Westfalica, dort soll zusammen mit Sponsoren Freiflächen für Sprayer in Form einer „Graffiti-Mauer“, geschaffen und dabei soll auch die Stadt miteinbezogen werden. Damit soll erreicht werden, dass das illegale und oft unerwünschte Sprayen an Hauswänden für die Sprayer keine Rolle mehr spielt.“

Jens Hübsch lobte dabei den Investor des neuen Einkaufszentrums in Porta Westfalica-Hausberge, Friedhelm Hohmeier von der Firma HTB, für sein Angebot bestimmte Abschnitte des Einkaufszentrums von den Graffiti-Künstlern gestalten zu lassen.

„Für die Stadt Rahden und den gesamten Altkreis Lübbecke streben wir ähnliches an, dort soll ebenfalls mit Sponsoren Freiflächen für die Sprayer geschaffen werden, dabei wollen wir auch Firmen mit ins Boot holen, die ihre Firmenwände mit einem professionellen und vor allem künstlerischen Graffiti eine eigene Note geben wollen“, fügte Marie Kristin Marten hinzu.

Auch Friedhelm Ortgies sollte sich an einer sachlichen und ehrlichen Diskussion beteiligen, anstatt mit völlig überzogenen und populistischen Äußerungen Jugendliche in eine kriminelle Ecke zu schieben, so Marie Kristin Marten, Jens Hübsch und Jens Vogel abschließend.

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